Die magischen 5 Buchstaben lernen wir alle schon als Kinder. Bei allem, was wir haben wollen, fragen uns die Eltern: „Wie heißt das Zauberwort?" Und die Antwort lautet „Bitte" (bzw. „Danke"). Unter Erwachsenen drohen diese Höflichkeitsfloskeln schon einmal verloren zu gehen. Das gilt vor allem für den produzierend-gewerblichen Sektor, wo „harte Kerle" meinen, ohne diese Umgangsformen schneller zur Sache zu kommen. Dabei verbessern „bitte" und „danke" das Betriebsklima - und kosten wenig Zeit. Wie können Sie dazu beitragen, dass der Umgangston wieder höflicher wird?

 

Gut fürs Klima!
Es sind im Betrieb die kleinen Dinge, die darüber entscheiden, ob sich jemand von uns als Person wertgeschätzt fühlt. Große Gesten wie Geburtstagsgeschenke, für die gesammelt wurde (sofern sie von Herzen gegeben wurden) sind schön. Aber das tägliche Miteinander wird von kleinen Gesten geprägt. Das fängt an beim einfachen „danke!" für eine Information oder eine erbrachte Leistung oder einfach für den herübergereichten Zuckerstreuer oder Hammer. Dieses kleine Wort drückt aus, dass ich gesehen habe, was der andere getan hat.
Sich zu bedanken für den Einsatz des Kollegen oder der Kollegin ist von Schleimverdacht, da der andere die Leistung, für die ich mich bedanke, ja tatsächlich erbracht hat. Wenn man Kinder für ihren Einsatz lobt, hängen sie sich noch mehr in eine Aufgabe hinein, beweisen mehr Spaß und Ausdauer und machen auch größere Fortschritte als wenn man ihnen Eigenschaften bescheinigt wie „du bist aber schlau". Dass ihr Engagement gesehen und gewürdigt wird (selbst wenn es nicht immer erfolgreich ist), wünschen sich auch Erwachsene in der Arbeitswelt.
Gleiches gilt für das „bitte". Es ist eben nicht selbstverständlich, dass ein Kollege etwas für mich tut. Und ich vergebe mir nichts, wenn ich dies durch ein höfliches „bitte" zum Ausdruck bringe. Diese kleinen Höflichkeitsgesten sollten eigentlich selbstverständlich sein und zum täglichen Umgang dazu gehören. Oft genug wird aber hier als erstes an Wertschätzung „gespart". Das ist übrigens eine Verhaltensweise, die sich prima auch daheim am Esstisch „üben" lässt, wenn man denn will („gib mir mal die Butter, bitte!"). Das Klima ändert sich aufgrund dieser kleinen 5-Buchstaben-Worte oft überraschend schnell ins Positive.

Danke-Sagen: Eine Form der Anerkennung!
Wer sich bedankt, drückt damit auch eine Form von Anerkennung aus. Er bekundet ja, dass er das Verhalten des anderen bemerkt hat. Beachtet zu werden - oder „Resonanz" zu erzeugen - ist ein menschliches Grundbedürfnis. Und Dank trägt dazu bei, dieses Grundbedürfnis beim Kollegen zu befriedigen und damit zu seinem Wohlbefinden beizutragen. Wenn Menschen sich nicht gesehen fühlen, reagieren sie verletzt und verärgert (manchmal ohne es nach außen hin zu zeigen). Dabei ist es so einfach, diese Reaktionen zu vermeiden: indem man sich bedankt.
Wie Sie auf der Folie erkennen können, stellt das Danke-Sagen eine Form von Anerkennung dar - neben dem Lob und der Wertschätzung. Während sich Lob auf eine Leistung bezieht, erstreckt sich Wertschätzung auf den Menschen oder die Person als Ganzes. Dank bezieht sich immer auf den Einsatz und ist quasi „die kleinste Münze" der Anerkennung - weshalb es auch umso leichter sein sollte, sie ins Spiel zu bringen. Man muss ja nicht viele Worte machen, sondern einfach nur 5 Buchstaben über die Lippen bringen. Wenn diese von einem Lächeln begleitet werden, wirken sie natürlich noch ein bisschen besser ...
FOLIE: Anerkennung als Oberbegriff für Lob, WS, Dank

„Danke!" ist unabhängig vom Erfolg
Ein Meister berichtete in einem Seminar zum Thema Anerkennung: „Bei uns war eine Maschine kaputt. Und mein Mitarbeiter, der Depp, hat das ganze Wochenende geopfert und daran rumgebastelt. Aber was soll ich sagen: Als ich Montag früh ins Werk kam, war die Maschine noch immer kaputt. Wozu also hätte ich den loben sollen?"
Auf Nachfragen stellte sich heraus, dass er für den Mitarbeiter auch keine Dankesworte übrig gehabt hatte. Bestimmt können Sie sich vorstellen, wie sich der Mitarbeiter danach gefühlt hat. Motiviert war er ganz bestimmt nicht. Und sicherlich hat er sich in Zukunft nicht noch einmal so sehr für sein Unternehmen eingesetzt.

Tipps, mit denen Sie Kolleginnen und Kollegen das Danke-Sagen erleichtern:
- Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Bedanken Sie sich, wann immer Sie können! Egal, ob Sie eine Information erhalten haben („danke für den Hinweis!") oder Ihnen jemand den Gehörschutz gereicht hat.
- Jedes „bitte" (oder „bitte sehr"), mit dem Sie Ihrerseits Kollegen etwas übergeben, provoziert ein „danke!" - also: Benutzen Sie „bitte", wann immer es passt!
- Wenn es zu Ihnen passt (wenn Sie also gern mal die Kollegen necken), können Sie auch, wenn ein Kollege etwas von Ihnen möchte, grinsend fragen: „Wie heißt das Zauberwort?"

Viel Erfolg bei Ihrem Einsatz für ein wertschätzenderes Miteinander und ein herzliches „do care!"

Anne Katrin Matyssek und das gesamte BAAK-Team

Quelle:
Matyssek, Anne Katrin (2011): Wertschätzung im Betrieb. Impulse für eine gesündere Unternehmenskultur.

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