In unserem Blog über Wertschätzung geht es heute um das genaue Gegenteil: ums Lästern. In extremer Form kann Lästerei sogar in Mobbing übergehen. In jedem Fall ruiniert Lästern das Klima im Betrieb. Und auch das dabei vordergründig empfundene Vergnügen ist nur von kurzer Dauer. Wie können Sie das Lästern im Betrieb stoppen?

 

Einfachster Tipp für mehr Wertschätzung: Läster-Stopp!
Simples oberstes Gebot für alle, die sich mehr Wertschätzung im Betrieb wünschen: Schluss mit jeder Form von Lästerei! Es ist ja sooo einfach und so verbindend und zugleich identitätsstiftend, negativ über abwesende Dritte zu sprechen: „Wie die wieder aussieht! Was der wieder für altmodische Klamotten an hat! Wetten, dass die am Brückentag wieder blau macht?! Dass der sich auch immer so in den Vordergrund spielen muss! Wie die wieder riecht!"
Aber es ist auch billig. Wem es Ernst ist mit der Wertschätzung im Betrieb, der verzichtet aufs Lästern. Gleiches gilt für das Mit-den Augen-Rollen, wenn jemand sich wiederholt zu Wort meldet oder mit einem penetrant riechenden Parfüm nervt. Ansprechen oder Schweigen – alles andere ist feige. Falls Ihnen so ein Verhalten bei anderen auffällt, sollten Sie das kommentieren; entweder nonverbal, falls sichergestellt ist, dass die dritte Person davon nichts mitbekommt; oder sonst eben später unter vier Augen. Kurz gesagt: Sprechen Sie positiv über Dritte oder gar nicht!

Anfangs ganz schön hart ...
Ein harter Tipp, ich weiß ... Ein ziemlich hoher Anspruch steht dahinter. Aber Sie meinen es doch Ernst mit Ihrem Wunsch nach mehr Wertschätzung im Betrieb. Und Sie sind bestimmt auch bereit, dafür das eine oder andere aktiv zu verändern. Dann finde ich, ist dies ein sehr wichtiger Vorsatz, dessen Umsetzung sich positiv auf den Umgang miteinander auswirken wird.
Am Anfang kann es übrigens sein, dass die Kollegen dann umso mehr über Sie lästern. In der Regel werden Sie davon allerdings nichts mitbekommen, denn sonst wäre es kein Lästern. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass man die Welt besser macht und das Lästern abschafft, wenn man selber sich konsequent weigert, dabei mitzumachen. Man kann zum Beispiel einfach die Teeküche verlassen, wenn man merkt, dass sich wieder einmal eine Lästerrunde versammelt hat und verbale Stopp-Versuche („jetzt lasst's doch! wir wollen doch noch weiter gut zusammenarbeiten, und so was tut uns als Team einfach nicht gut") nicht gefruchtet haben.

Grüppchenbildung verhindern
Ein bewährter Lästerverhinderungstipp lautet: Vermeiden Sie Grüppchenbildung. Am einfachsten geht das, indem Sie mal mit den einen, mal mit den anderen gemeinsam Pause machen. In der Regel besteht eine Abteilung immer aus mehreren Unterteams, die nach ganz unterschiedlichen Kriterien gebildet werden: die Alten, die Jungen, die Blaumänner, die Anzügler, die Kranken, die Altgedienten, die Techniker, die Modischen, die Kritiker, die Angepassten usw. Halten Sie Kontakt zu möglichst allen Mitgliedern Ihres Bereichs.
Achten Sie auch darauf, einzelne Abteilungen, die vielleicht nicht so stark im Aufmerksamkeitsfokus stehen oder innerbetrieblich nicht so angesehen sind (weil sie zum Beispiel wenig mit den Finanzen zu tun haben) einzubeziehen und „aufzuwerten", beispielsweise die Hauswirtschaftsabteilung oder das Reinigungsteam. Wichtig ist auch hier – wie immer – dass nicht nur Sie als Arbeitsschützer, sondern dass auch die oberste Leitung die Leistungen dieser Abteilung würdigt und ihren besonderen Wert für den Betrieb herausstellt; und das nicht in Form einer Einmalaktion, sondern immer wieder. Der Vertrieb wäre nur halb so gut und erfolgreich, wenn er die anderen nicht im Rücken hätte ...
Übrigens: Man weiß, Gruppen arbeiten dann am besten zusammen und am wenigsten lästern, wenn die Geschlechterzusammensetzung mindestens 1:2 beträgt.

Tipps, wie Sie mit dazu beitragen, das Lästern zu stoppen:
Gehen Sie öfter mal mit unterschiedlichen Menschen zum Essen!
Eröffnen Sie die ASA-Sitzung mit etwas Positivem!
Versuchen Sie, nur positiv über Dritte zu sprechen!
Wenn das zu schwierig ist: Probieren Sie mal, nur heute positiv über die Kantine zu reden. Oder nur für die nächste halbe Stunde ausschließlich Gutes über die Firmenleitung zu sagen ...

Viel Erfolg dabei und ein herzliches „do care!" wünschen Ihnen

Anne Katrin Matyssek und das gesamte BAAK-Team

Quelle:
Matyssek, Anne Katrin: Wertschätzung im Betrieb. Impulse für eine gesündere Unternehmenskultur.

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