Ob man sich an Sicherheitsvorschriften hält und zum Beispiel Gehörschutz trägt, Notausgänge frei hält oder die Schutzbrille aufsetzt, hat auch viel mit Selbstwertschätzung zu tun: Man muss es sich wert sein. In unserem Weblog über Wertschätzung geht es daher heute um die Frage: Wie können Sie sich (und anderen) zeigen, dass Sie sich um sich selbst kümmern?

 

Es ist nie zu spät für ein gutes Selbstwertgefühl
Wer seelisch gesund bleiben will, muss in der Lage sein, sich selbst ein gewisses Maß an Wertschätzung entgegenzubringen – auch und gerade in schwierigen Situationen. Das Selbstwertgefühl entwickelt sich zwar seit der frühen Kindheit – dadurch, dass die Eltern dem Kind signalisieren, wie willkommen es in dieser Welt ist. Aber es bleibt für alle Menschen eine lebenslange Aufgabe, die sogenannte narzisstische Balance zu erhalten. Wir alle mögen uns mal mehr und mal weniger gern.

Menschen mit einer gesunden Psyche verfügen über die Fähigkeit zur Selbstkritik und die Fähigkeit, mit der Kritik durch andere konstruktiv umzugehen, auch wenn sie im ersten Moment weh tut. Aber auch wenn man in der Kindheit weniger Glück hatte und nicht viel „mitbekommen" hat, kann man sich ein starkes Selbstwertgefühl erarbeiten, indem man Verhaltensweisen ausübt, die Selbstwertschätzung beinhalten. Das klingt paradox, ist es aber nicht.

Ein Beispiel für selbstwertschätzendes Verhalten wäre: sich etwas Leckeres zu kochen und den Tisch zu decken (die Wohnung zu putzen, zum Friseur zu gehen, sich eine Pause zu gönnen etc.). Dadurch wächst das Selbstwertgefühl – als würde man auf ein Konto einzahlen.

Sie sind das Beste, was Sie haben!
Die Ansprüche, die Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl an sich selbst stellen, sind oft so hoch, dass sie daran scheitern – woraufhin sie sich in ihrer Vermutung bestätigt sehen, wenig leistungsfähig zu sein.
Daher sollten Sie sich auch nicht mit Perfektionsansprüchen ins Unglück treiben, sondern sich zeigen, wie wichtig Sie sich sind. Dann werden Sie es auch nie nötig haben, mit Statussymbolen zu protzen. SIE wissen nämlich auch so, was Sie an sich haben.
Obendrein werden Sie auf diese Weise auch zu einem noch sympathischeren Kollegen oder Vorgesetzten, denn wer von sich selbst immer 120% verlangt, überträgt diesen Anspruch häufig auch auf die Arbeit der Mitarbeitenden.

Erinnerungshilfe für (Selbst-)Wertschätzung
Hier sehen Sie eine Karte bzw. Übersicht mit kleinen Gedanken-Tipps, die es Ihnen erleichtern können, den Blick aufs Positive zu lenken - auch an sich selbst (aber ebenso an Kolleginnen / Kollegen und Team-Mitgliedern). Sie können die Karte ausdrucken und als Erinnerungshilfe verwenden in Situationen, wo einem die Decke auf den Kopf zu fallen droht: „Stopp! Es gibt noch etwas anderes im Leben!"

 

Ohne Selbstwertschätzung gibt es keine Wertschätzung.

Natürlich wollen Sie, dass alle in Ihrem Werk gute Arbeit leisten. Aber dazu reichen eben oft 100% und manchmal auch schon 80 – dafür kann dann an anderer Stelle wieder exzellente herausragende Arbeit abgeliefert werden.

Wenn Sie sich Fehler verzeihen, geben Sie damit auch ein Signal, nämlich: „Es (man!) ist okay, wenn mal ein Fehler passiert." Damit können Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen wunderbar ent-stressen. Hinzu kommt: Eine Untersuchung des BKK-Bundesverbandes hat ergeben, dass das Selbstwertgefühl von Beschäftigten auch durch die soziale Unterstützung beeinflusst wird. Wenn Führungskräfte oder auch Sicherheitsfachkräfte also ansprechbar sind, den Rücken stärken, Fehler erlauben – dann leisten sie damit einen Beitrag zur Stärkung des Selbstwertgefühls ihrer Mitarbeitenden bzw. Kollegen.

 

Tipps, mit denen Sie sich jetzt sofort Ihre Selbstwertschätzung zeigen können:
- Kümmern Sie sich um Ihre körperlichen Grundbedürfnisse, z.B. indem Sie für Frischluft sorgen, ein paar Bewegungsübungen machen oder sich einen frischen Tee kochen. Auch wenn dieser Tipp so klingt, als hätte er nichts mit der Psyche zu tun: Es stärkt die Seele, wenn sie merkt (bildlich gesprochen), dass sie sich um sie kümmern. Genau wie beim Genießen – im letzten Mitarbeiter-Brief – erhält die Psyche das Signal: „Ich bin es offensichtlich wert, dass man sich um mich kümmert."
- Beobachten Sie heute Vormittag, wie häufig Sie Bewertungen anstellen. Das klingt seltsam, ist aber hochwirksam – und manchmal erschreckend: Die meisten von uns fällen permanent Bewertungen; wir finden etwas gut oder schlecht, an uns genauso wie an anderen. Gesünder – auch fürs Zusammenleben- und schöner fürs Selbstwert-gefühl ist stattdessen eine Haltung der Achtsamkeit: Wahrnehmen, was ist. Und dabei auf Bewertungen verzichten.
- Räumen Sie auf, z.B. Ihr Desktop oder Ihre Schreibtisch-Schublade. Sie haben es verdient, in einer ordentlichen und sauberen Umgebung zu arbeiten. Aufräumen und Putzen verschaffen Erfolgsgefühle. Die machen es Ihnen leichter, auch in Gedanken nett mit sich umgehen (erinnern Sie sich an Ihre Erfolge, falls Sie sich gerade „runtermachen"). Und für die Verhaltensebene gilt: Behandeln Sie sich pfleglicher als Ihren Kaffee-Vollautomaten: „Weil Sie es sich wert sind!"

Viel Erfolg dabei und ein herzliches „do care!" wünschen Ihnen

Anne Katrin Matyssek und das gesamte BAAK-Team

Quelle:
Matyssek, Anne Katrin: Wertschätzung im Betrieb. Impulse für eine gesündere Unternehmenskultur.

 

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